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March 22 2017

09:05

(und hier noch zur Info ein kurzer Auszug dessen, was die Schmollack dann in die TAZ hineinschrieb)

Ich habe unser Gespräch in schöner Erinnerung. Sie waren offen und ungeniert, die Antworten purzelten nur so aus Ihrem Mund. Jede meiner Fragen haben Sie beantwortet. Okay, Sie haben versucht, mir Ihre sexistischen und frauenfeindlichen Äußerungen als „Stilsprünge“ zu verkaufen, als „Assoziationen“, die auf den ersten Blick als „krass“ erscheinen mögen.

Aber sonst? Sie blieben ganz bei sich, wie PsychotherapeutInnen sagen würden. Beate Zschäpe zum Beispiel, die Angeklagte im NSU-Prozess – die man, nebenbei bemerkt, keinesfalls mögen muss –, hatte in einem Ihrer Texte nur „ein teigiges Gesicht“. In unserem Gespräch wurde sie zu einer „pickligen Tante, die nicht reden will“.

Oder die Publizistin Carolin Emcke. Die haben Sie in einem Text wegen ihres Lesbischseins angegriffen und ihr außerdem vorgeworfen, „penetrante Opfersolidarität“ zu betreiben. In unserem Gespräch fielen Wörter wie „peinlich“, Sie mochten Emckes „Tremolo“ nicht, „diese Rührung über sich selbst“. So ging das weiter. Zweieinhalb Stunden lang.

Mann, dachte ich, ein cooler Hund, dieser Fischer. Steht zu seinen hammerharten Aussagen und packt noch eins drauf.

Offener Brief an Thomas Fischer: Er packt noch eins drauf - taz.de
08:58
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08:54

TF: Ich schreibe über Frau Lohfink in keiner Weise „verächtlich“. Das einzige, was mich an ihr stört, ist, dass sie sich im Verfahren um ihre angebliche Vergewaltigung als Vorzeige-Opfer hat inszenieren lassen.

Schmollack: Mit Männern gehen Sie feinfühliger um.

TF: Finde ich nicht.

Schmollack: Den Strafverteidiger und Schriftteller Ferdinand von Schirach bezeichnen sie lediglich als „Tausendsassa aus Berlin“.

TF: Herr vor Schirach tanzt nicht auf Tischen, sondern schreibt Theaterstücke. Daher habe ich auch nur das zu behandeln. Männer behandle ich in der Kritik nicht anders als Frauen.

Schmollack: Wie würden Sie reagieren, würde man Sie wegen Ihres Äußeren herabwürdigen?

TF: Ich werde ständig wegen meines Äußeren kommentiert, angegriffen, beurteilt. Manche Menschen meinen, ich sei zu dick. Seit Jahren gibt es kaum einen Presseartikel über mich, in dem nicht über mein Äußeres berichtet wird, als gebe dies Aufschluss über meine Ansichten. Ich bin zwar schon auf die Idee gekommen, dies sei „Fischer-feindlich“, aber noch nicht darauf, es sei „männerfeindlich“.

Schmollack: Verletzt Sie das nicht?

TF: Das ist mir egal. Über meine Körperlichkeit verhandle ich nicht mit Idioten. Ob mich irgendwelche Männchen im Fitness-Rausch oder faltige Frührentner als „massig“ oder als „Buddha“ veralbern, ist nicht mein Problem.

Schmollack: Die Autorin Carolin Emcke haben Sie wegen Ihres Lesbisch-Seins angegriffen und ihr eine „penetrante Opfersolidarität“ vorgeworfen. Sind Sie homophob?

TF: Ich habe noch nie im Leben jemanden „wegen ihres Lesbisch-Seins“ angegriffen. Mich hat es gestört, dass sich Frau Emcke in ihrer Dankesrede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hinstellte und sagte: Ich hatte und habe ein schweres Leben, weil ich lesbisch bin. Wenn ihr bei diesem ehrenvollen Anlass nichts Besseres einfällt, als über sich zu reden und nicht über Menschen, denen es unvergleichlich viel schlechter geht als ihr, dann finde ich das peinlich.

Schmollack: Carolin Emcke hat an ihrem eigenem Leben verdeutlicht, dass Homosexuelle in Deutschland noch immer nicht vollständig gleichgestellt sind. Was ist daran falsch?

TF: Ich mag dieses Tremolo nicht, diese Rührung über sich selbst. Carolin Emcke gehört einer Gruppe akademisch gebildeter lesbischer Frauen in hohen Positionen an, die relativ wenig diskriminiert ist.

...


Das war’s. Es folgten sodann eine nochmals gekürzte Version des Interviewten und sein Angebot, die Sache auf professionelle Weise abzuwickeln. Die menschenfreundliche Kämpferin für das „Recht jeder Frau, mit ihren Brüsten zu machen, was sie will“, kündigte  eine „juristische Prüfung“ an. Dann schrieb sie den schnuckeligen Brief...

Fischer, Frauen und die taz: Thomas Fischer zur Geschichte eines gescheiterten Interviews › Meedia
08:49
08:44

Schmollack: Herr Fischer, lassen Sie uns über Ihr Verhältnis zu Frauen sprechen.

Fischer: Ein erstaunliches Thema.

Schmollack: Finden Sie?

TF: Ich schreibe mir da keine übermäßigen Kompetenzen zu. Das ist in etwa so, als würden Sie mich bitten, über mein Verhältnis zu Indianern zu reden.

Schmollack: Sie schreiben ständig über Frauen.

TF: Ich schreibe ständig über Frauen und Männer. Manche Menschen meinen rätselhafterweise, ich hätte ein problematisches Verhältnis zu Frauen.

Schmollack: Viele Leserinnen und Leser Ihrer Kolumne „Fischer im Recht“ auf Zeit Online empfinden Sie als frauenfeindlich.

TF: Manche finden das, ja. Aber es trifft nicht zu.

Schmollack: Dann lese ich Ihnen mal vor, was Sie so geschrieben haben: Das Model Gina-Lisa Lohfink verdiene ihr Geld mit dem „Vorzeigen von dicken Silikonbrüsten“. Einer Journalistin, die auf Brigitte.de über den Lohfink-Prozess geschrieben hat, sprechen Sie „simpelste Einsichten des Verstandes“ ab, und dass das „irgendwie aus den Hormonen“ kommen müsse.  Das empfinden Sie nicht als frauenfeindlich?

TF: Ich verwende in meinem Kolumnen gelegentlich Begriffe, Formulierungen und Assoziationen, die auf den ersten Blick irritieren und über die man nachdenken muss.  Manchmal sind  Stilsprünge dabei, von denen ich annehme, dass die Leute darüber stolpern. Ihre beiden Beispiele sind geradezu klassische Vorbilder dafür. Das ist unfreundlich, hat aber mit dem Geschlecht der betreffenden Person nicht das Geringste zu tun.

Schmollack: Ihnen geht es um Provokation um jeden Preis?

TF: Natürlich nicht. Ich bin allenfalls etwas ironisch.

Schmollack: In der Regel auf Kosten von Frauen.

TF: Ach was. Würde ich über die Chippendales schreiben …

Schmollack: … die Tanzrevue, bei der sich Männer vor meist weiblichen Publikum ausziehen … 

TF: … würde ich schreiben, dass sie ihr Geld damit verdienen, dass sie sich fast nackt auf Tische stellen und von besoffenen Frauen Geldscheine in die Unterhose stecken lassen. Das ist nicht „männerverachtend“, sondern die Wahrheit.

Schmollack: Es ist ein Unterschied, ob man sachlich formuliert, dass sich jemand „Geld in die Unterhose stecken lässt“ oder ob man sexualisierend von „dicken Silikonbrüsten“ spricht.

TF: Weder das eine noch das andere ist das, was ich persönlich als gelungenen Lebensentwurf bezeichnen würde. Frau Lohfink hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie davon lebt, ihre künstlich aufgeblasenen Brüste und Lippen und sich selbst als Schauobjekt zur Verfügung zu stellen.

Schmollack: Jede Frau kann mit ihren Brüsten machen, was sie will.

TF: Ebenso wie jeder Mann mit dem Inhalt seiner Unterhose. Ich habe doch gar nichts gegen Silikonbrüste. Ich habe auch nichts gegen Frau Lohfink. Wenn Menschen mit dem Vorzeigen von überdimensionierten Geschlechtsmerkmalen und vorgetäuschten Signalen sexueller Verfügbarkeit Geld verdienen, liegt der Skandal nicht bei ihnen, sondern bei der Gesellschaft, die dies honoriert. 

Fischer, Frauen und die taz: Thomas Fischer zur Geschichte eines gescheiterten Interviews › Meedia
08:42
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08:33

Das Versemmeln eines Interviews ist ja nun nicht weiter schlimm und passiert jedem und jeder Journalistin einmal. Deshalb ist der Umstand, dass dieser Erfahrung im gendermäßig beispielhaften Zentralorgan der Pressefreiheit eine ganze Seite in der schlichten Gestalt eines „offenen Briefs“ gewidmet wurde  –  bis hin zur peinlichen Zitierung von E-Mail-Anreden und der Offenbarung einer Journalistin, was sie ihrem unwilligen Opfer „wirklich übel nimmt“ –, ein deprimierendes Dokument zum Stand journalistischer Selbstgewissheit. Glauben Sie mir: Wahrlich nicht aus Überhebung. Sondern als Verzweiflung über die bedenkenlose Selbstgerechtigkeit von Menschen, die sich Wahrheitssucher nennen und doch gar nichts wissen wollen.

Sagen wir es vereinfacht: Die Interviewerin reiste mit einem Haufen alberner Vorurteile im Gepäck an, kriegte nicht die Antworten, die ihr zur Bestätigung ihrer Stereotype geeignet erscheinen, und trat deshalb beleidigt und ziemlich unterirdisch nach. So weit, so gut. Journalisten sind so neutral, intelligent und souverän wie Fußballfreunde, Musikkritiker, Paläontologen, Orthopäden oder Richter.

Die Journalistin Schmollack verschriftete eine Mischung aus (angeblichen) Fragen und (angeblichen) Antworten, die weder der Erinnerung noch der Intention des von ihr Vernommenen entsprach. Der bot ihr daher an, ein ganz normales schriftliches Interview zu führen. Das war der Dame aber auch nicht recht. Daher drohte sie, die furchtbare Weigerung des Kolumnisten nun aber mal „juristisch prüfen zu lassen“ und gegebenenfalls nun erst recht ein super-entlarvendes Portrait zu schreiben. Das scheint allerdings auch wieder nicht geklappt zu haben. Übrig blieb das „Liebes Tagebuch!“- Textlein vom 18.März.

Daher nun also, exklusiv für „Er packt noch eins drauf“-Leserinnen, die leicht gekürzte Version des sensationellen taz-Gesprächs der Journalistin Simone Schmollack mit dem Kolumnisten, live aus dessen 24 Quadratmeter großen Büro mit zentralem Computer, bequemem Besuchersessel und bodentiefen Fenstern. Aus den zur Verfügung stehenden vier (!) Varianten des Interview-Textes habe ich diejenige ausgewählt, die von der Redakteurin mit folgenden Worten übermittelt wurde: „Lieber Herr Fischer! Ich finde den Text stark, er liest sich locker und flüssig weg, Sie kommen mit Ihrer Sprachkraft und Ihren Ansichten gut durch“...
Fischer, Frauen und die taz: Thomas Fischer zur Geschichte eines gescheiterten Interviews › Meedia
08:23
08:22
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Reposted fromElkeringhausen Elkeringhausen
08:19

Gegen die Berufung des belgischen Museumsmanagers Dercon gab es an der Volksbühne und in der Kulturszene großen Widerstand. Berlins neuer Kultursenator Klaus Lederer (Linke) wollte die Personalie noch einmal auf den Prüfstand stellen - bekannte sich zuletzt dann aber trotz Differenzen zum Vertrag mit Dercon. Die Gegner von Dercon halten den Kultur-Netzwerker für ungeeignet und fürchten um das Profil der Volksbühne. Das Schlagwort „Eventbude” machte die Runde.

Die Idee zum Rad-Logo der Volksbühne sei während Castorfs Inszenierung „Räuber von Schiller“ im Jahr 1990 entstanden, so das Theater. Das stilisierte Rad sollte an die sogenannten Gaunerzinken erinnern, mit der sich Räuber untereinander in einer gezeichneten Geheimsprache verständigten. Für die Volksbühne stand das Rad über Jahrzehnte auch für das Rebellische und Aufrührerische der Theatermacher.

Haußmann habe die Rad-Skulptur in seiner Werkstatt Mobile Metallico mit Zustimmung von Castorf und Neumann gebaut und damals eigentlich nur für ein paar Monate vor der Volksbühne ausstellen wollen, so das Theater.

Volksbühne Berlin: Designer lässt sein „Räuberrad“ abbauen | Berliner Zeitung

March 21 2017

21:47
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Reposted fromNajada Najada viaKladderadatsch Kladderadatsch
21:45
vicodin
Reposted byhash hash
21:44
Wie halten die Amis ihr verkacktes politisches System und die bröselnde Infrastruktur eigentlich aus? Hier ist ein Hinweis:
Americans are prescribed about six times as many opioids per capita as are citizens of Portugal and France, even though those countries offer far easier access to health care. The largest disparity noted in the U.N. report concerns hydrocodone: Americans consume more than 99 percent of the world’s supply of this opioid.
Und jetzt guckt euch mal die Grafik unten an. Platz 2: Kanada. Platz 3: Deutschland! Und das sind Dosen pro Millionen Einwohner, nicht absolute Dosen!
Fefes Blog
Reposted bystraycatsofiasbrightbyteSirenensang
21:39
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Priscilla Stadler, Ungrabbale, 2016. Exhibited in NASTY WOMEN

Reposted fromkimik kimik
21:38
Die Briten müssen sich auf eine böse Überraschung einstellen: Ihr Austritt aus der Europäischen Union wird teuer, sehr teuer. Damit sind nicht die Folgen für die britische Wirtschaft gemeint, um die vor dem Referendum so heftig gestritten wurde. Nein, es geht um etwas, über das Premierministerin May bis heute kein Wort gesagt hat: Wer die Union verlässt, muss dafür zahlen. Das betrifft Pensionsverpflichtungen, offene Rechnungen, zugesagte Beiträge für Förderprogramme, die Haftung für gemeinsame Schulden. Beamte in der Kommission und im Europäischen Rat haben in den vergangenen Monaten viel gerechnet. Sie sind auf eine Summe von rund sechzig Milliarden Euro gekommen.
Brexit: Großbritannien muss Milliarden für EU-Ausstieg zahlen
09:49
DIE SPINNER - DER SPIEGEL ("Polit-Magazin", Deutschland)

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Reposted frome-gruppe e-gruppe viaE-ART E-ART
09:41
Natürlich ist der Spiegel keine seriöse Quelle; er ist der Meister der "Halbwahrheiten", wie Hermann Kant das einmal sinngemäß genannt hat. Interessant ist, dass sich hier möglicherweise wie schon in Syrien eine inoffizielle russisch-US-amerikanische Zusammenarbeit (Putin! Trump!) anbahnt, um Haftar zu unterstützen und das Land zu einigen. Der Gegner dabei ist die EU (nicht nur Deutschland, sondern auch z.B.Italien), die mit der von ihr selbst eingesetzten, nicht gewählten "Einheitsregierung" (eine von drei Regierungen) auch die Islamisten und ihre Milizen in Libyen unterstützt.
Reinold Ophüls-Kashima
09:32
08:51

SPON portraitiert Libyens General Khalifa Haftar. Dabei hebt man darauf ab, dass er einst – wie andere libysche Offiziere - in der Sowjetunion ausgebildet wurde, „entsprechend gut sind ihre Verbindungen nach Moskau“. Dabei verschweigt SPON, dass Hafar die US-Staatsbürgerschaft hat, denn General Hafar hat zwei Jahrzehnte in den USA gelebt und war ein Mann der CIA. Er kehrte erst nach dem Sturz Gaddafis nach Libyen zurück, und galt auch zunächst als Mann der USA vor Ort. Die US-Episode in Hafars Leben wird pflichtschuldig im SPON- Text in drei Sätzen gestreift, wobei wichtige Fakten ausgespart werden. Stattdessen nennt man ihn „Putins Wüstenfuch“ - in Anlehnung an Hitlers General Rommel -, womit man Putin in die Nähe Hitlers rückt. So eröffnet SPON das nächste Propagandakapitel im kalten Krieg, der immer heisser wird. SPON ist alles Mögliche - bloß keine seriöse Quelle.

„Inzwischen ist Haftar 73. Und trotz seines gesetzten Alters ist er derzeit der mächtigste Mann Libyens. Ihm untersteht die Libysche Nationale Armee, die hauptsächlich aus Überbleibseln des Gaddafi-Militärs besteht. Ähnlich wie Haftar wurden ihre Führungsfiguren einst in der Sowjetunion militärisch ausgebildet, entsprechend gut sind ihre Verbindungen nach Moskau.“

„Die USA gewährten ihm Exil und unterstützten 1996 eine von Haftar angeführte Revolte gegen Gaddafi, die jedoch rasch scheiterte. Der General kehrte in sein Haus in der Nähe der CIA-Zentrale bei Washington zurück. Libyschen Boden betrat er erst wieder, nachdem Gaddafi 2011 gestürzt worden war.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyens-general-khalifa-haftar-wladimir-putins-wuestenfuchs-a-1139580.html

Christian Y. Schmidt

08:41
7516 09ac 420

Dow Chemical

Reposted fromE-ART E-ART
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